Grauwasser statt Weihwasser

Öffentlich geförderter Wohnungsbau mit niedrigen Wasserkosten in ehemaliger Kirche

Grauwasser statt Weihwasser

 

 

Denkmalschutz und Brandschutz forderten einen hohen Konstruktionsaufwand beim Einbau von Wohnungen in das 100 Jahre alte Kirchenschiff der Herz-Jesu-Kirche in Mönchengladbach. Der Investor ging noch einen Schritt weiter und integrierte ein Betriebswassernetz zum Recycling von Grauwasser für Waschmaschine und Toilettenspülung. Die Wasserrechnung der Mieter fällt dadurch deutlich niedriger aus.

Grauwassertechnik

Nur für etwa die Hälfte des Wasserbedarfs im Haushalt benötigen wir Trinkwasser. Der zur Körperreinigung genutzte Anteil kann nach Aufbereitung als Betriebswasser nahezu den restlichen Bedarf abdecken. Ohne Komfortverlust halbiert sich so die Wasserrechnung.

 

Jede Grauwasseranlage benötigt ein separates Leitungsnetz. Das für die Körperreinigung genutzte Trinkwasser kann als so genanntes Grauwasser beim Abfluss aus Badewanne, Dusche und Handwaschbecken gesammelt, aufbereitet und als Betriebswasser ein zweites Mal gebührenfrei in der Wohnung genutzt werden, siehe Bild 3. Es eignet sich der Qualität und Menge nach für Toilettenspülung und Waschmaschine. Die Auffang- und Vorrats-Behälter für das Grauwasser der Kirche befinden sich im unterirdischen Technikraum, für die hochwertigen Wohnungen, die neben der Kirche zusätzlich gebaut werden, im Keller des Neubaus.

 

Funktionsweise

 

Für die umgebaute Kirche wurden drei 2000-Liter-Tanks zu einer Anlage verbunden und in einem unterirdischen Technikraum neben dem Kirchenschiff untergebracht, siehe Bild 4. In den ersten fließt das Grauwasser per Sammelleitung im freien Fall. Das benötigt keine Energie. „Herzstück“ der Grauwasseranlage ist die Membranfiltertechnik. Als Ultrafiltration hält sie zurück, was größer als 0,00005 mm ist. Diese Aufbereitung findet im mittleren Behälter statt, unterstützt durch einen Belüfter, welcher von außen eingeblasene Luft in den unteren Teil des mit Grauwasser gefüllten Behälters drückt. Die Filtermembranen stehen, zu einem Block gebündelt, mitten drin. Die Luft blubbert am hauchdünnen Membrangewebe entlang und reinigt es von Ablagerungen der gefilterten Stoffe.

Vom ersten in den zweiten und nach Reinigung aus dem Inneren der Membranen in den 3. Tank wird das Wasser periodisch durch kleine, automatisch laufende Pumpen gefördert. Ist der 3. Behälter leer, weil der Bedarf an Betriebswasser größer war als der Zulauf von Grauwasser, so fließt automatisch Trinkwasser ins System. Im letzten Tank, dem Reinwasser- oder Vorratsbehälter, wird durch eine weitere Pumpe nach Bedarf Wasser entnommen. Diese hält das Betriebswassernetz bis zu den Verbrauchsstellen unter dem voreingestellten Leitungsdruck. Das dafür verantwortliche Bauteil ist einfrequenzgesteuerter Druckwächter, der die nötige Drehzahl bzw. Frequenz an die Pumpe übermittelt und so für gleichmäßige Druckverhältnisse an den Verbrauchsstellen sorgt. In dieser Hinsicht gibt es keinen Unterschied zu einem Anschluss ans Trinkwassernetz.

 

Effizienz und Sicherheit

Die Entwicklung des Grauwasser-Recyclings beim Hersteller iWater Wassertechnik hat mehrere Ziele. Natürlich sollen die Anlagen störungsfrei und wartungsarm funktionieren. „Zusätzlich optimieren wir die ökologische und ökonomische Effizienz, indem wir die Überwachung und Steuerung sowie den Pumpenbetrieb so Strom sparend wie möglich konzipieren“, sagt Geschäftsführer Axel Pungs. Vorrangiges Ziel ist und bleibt die Wasserqualität. Es darf laut Trinkwasserverordnung keine Beeinträchtigung des öffentlichen Trinkwassernetzes geben. Das könnte theoretisch bei der Nachspeisung von Trinkwasser in den leeren Reinwasserbehälter passieren. Doch hier gibt eine nach DIN genormte Übergabeeinrichtung, die Teil der im Werk vorgefertigten Anlage ist, die vom Gesetzgeber geforderte Sicherheit.

Laut Pungs ist die Aufbereitung bei diesem Projekt für die Behandlung von Grauwasser aus Duschen und Handwaschbecken ausgelegt. Der Küchenablauf sollte aufgrund der im Abwasser enthaltenen Fette nicht angeschlossen werden. „Unsere Technologie garantiert durch die Barrierewirkung der Ultrafiltrationsmembran einen nahezu vollständigen Bakterienrückhalt“ bestätigt er und ergänzt: „Selbst die hygienischen Vorgaben der europäischen Richtlinie für Badegewässer werden eingehalten“.

Fertigstellung:             

Kirchenumbau 01.10.2011

Neubau Mehrfamilienhaus 01.02. 2012

 

Technik Grauwasseranlagen

Herkunft von:              Badewanne, Dusche und Handwaschbecken

Verwendung für:          Toilettenspülung und Waschmaschine

Funktionsweise:           Membranbioreaktor mit Ultrafiltration,

 

Fabrikat:                    

Kirchenumbau:            iWater Wassertechnik, Typ PowerClear 2500

Neubau Mehrfamilienhaus: iWater Wassertechnik, Typ PowerClear 800

 

Kosten Anlage und Rohrleitungsnetz: 

Kirche: 40.000 € zzgl. Mwst.

Neubau Mehrfamilienhaus: 15.000 € zzgl. Mwst.

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Grauwasseranlagen

Author Grauwasser ist ein teil des häuslichen Schmutzwassers ohne Schwarzwasser. Die Europäische Norm 12056-1 definiert Grauwasser als fäkalienfreies, gering verschmutztes Abwasser. Es ist der Abfluss von Bade- und Duschwannen, Handwaschbecken und Waschmaschinen und kann auch hochbelastetes Küchenabwasser enthalten. Für die Grauwasseraufbereitung wird allerdings nur das geringbelastete Abwasser aus Dusch- und Badewanne und Handwaschbecken empfohlen. . Mehr zum Thema Grauwasseranlagen

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